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Fronleichnamsfest 19.06.2014

 

„Gott ist mit uns verbunden“

 

Die katholische Kirchengemeinde Sankt Antonius von Padua Werbeln zündete die ersten Glanzlichter im Jubiläumsjahr des ältesten Abtei-Dorfes

 

Der für die Saarland-Dekanate zuständige Trierer Weihbischof Robert Brahm (Mitte) erwies im Rahmen seiner Visitationsreise dem ehemaligen Abteidorf Werbeln die Ehre eines Pontifikal-Amtes zum Fronleichnamsfest im 800-jährigen Jubiläumsjahr unter Mitwirkung von Pastor Leick, Diakon Britz und Pastor i. R. Manfred Werle (von links). Für den feierlichen kirchenmusikalischen Rahmen auf der Empore sorgten Roman Jung an der Orgel und seine „Cantores Domini“.

Ein Fronleichnamsfest im Geiste dankbarer Erinnerungskultur

 

(hk) Als der stattliche Prozessionszug vor dem ersten der drei liebevoll gestalteten Fronleichnamsaltäre inne hielt, damit Weihbischof Robert Brahm das Allerheiligste in der kostbaren hochgotischen Monstranz aussetzen und mit dem Weihrauchfass ehren konnte, schoben sich alle Wolken zur Seite. Gerade so, als sollte der Leitspruch des Freiluftaltars in besonders prächtigen Farben aufleuchten: „Gott ist mit uns verbunden“, war auf dem Bodenteppich aus kunstvoll zusammengefügten Steinen vor der herausgeputzten Mauernische des Steingartens im Kohlenbauerweg zu lesen. Aber nicht nur der liebe Gott war zum Fronleichnamsfest den Werbelnern verbunden und zugetan, sondern auch viele irdische Geister. Sie waren an diesem strahlenden Sommertag nicht nur besonders zahlreich aus Werbeln, sondern auch aus allen anderen fünf Kirchdörfern der neuen großen Seelsorge-Einheit Wadgassen gekommen.

 

Viele Gesten der Solidarität und des Gemeinschaftssinns

 

Eine größere Freude hätten sie Pastor Peter Leick an diesem Fronleichnamstag, der zugleich sein Geburtstag war, wohl nicht machen können! Kompliment daher also nicht nur an die Werbelner mit ihrer ansteckenden Feierlaune und ihrer schier grenzenlosen Jubiläumsfantasie, sondern auch an die Verantwortlichen in den Gremien und in den „Kirchenparlamenten“ der Nachbargemeinden, die mit Rücksicht auf das Dorfjubiläum und auf den Bischofsbesuch den Werbelnern den Vortritt gelassen und ihr Fronleichnamsfest und ihre Pfarrfeste ausnahmsweise in diesem besonderen Jahr entweder vorverlegt oder nachgefeiert haben. Besser kann man Verständnis und Gutnachbarlichkeit in Zeiten, in denen Kirchenmenschen der Wind ohnehin stark ins Gesicht bläst, nicht ausdrücken. Aus Rücksicht und Verständnis erwächst Solidarität und Miteinander – und Solidarität macht stark! Im Verlauf des Pfarrfestes auf den sonnigen Wiesen, unter den schattigen Bäumen und in der gut gefüllten Schulturnhalle war es allenthalben zu spüren. Glückwunsch also nicht nur den Werbelnern, sondern auch ihren Nachbarn aus Differten, Friedrichweiler, Hostenbach, Schaffhausen und Wadgassen. Gewonnen haben an diesem Tag nicht nur die fröhlichen Werbelner, sondern alle staunenden Nachbarn in der Seelsorge-Einheit drum herum!

90 Jahre Kirchenbau, Dreivierteljahrhundert Eigenständigkeit und 60 Jahre Marienkapelle

 

Pfarrgemeinderatsvorsitzender Joachim Beitsch hatte zuvor im Gottesdienst den hohen Gast aus Trier, Weihbischof Robert Brahm, seine Konzelebranten und all die vielen anderen Gäste dieses bemerkenswerten Fronleichnamsfestes im Jahr der Werbelner Jubiläen herzlich willkommen geheißen. Besonderer Dank ward Weihbischof Brahm zuteil dafür, dass er ohne zu zögern seine Teilnahme zugesagt hat. Dann ließ PGR-Vorsitzender Beitsch im Zeitraffer die Ereignisse seit dem Bau der Dorfkirche vor 90 Jahren Revue passieren und würdigte das religiöse Bewusstsein, den Opferwillen und das Durchhaltevermögen der Werbelner. Den hat es in der Tat gebraucht. Denn erst zum 1. April 1938 wurde die bis dahin von Wadgassen betreute Werbelner Gläubigenschar durch bischöfliches Dekret zur Kapellengemeinde und die Dorfkirche von 1924 gleichsam in den Rang einer Pfarrkirche erhoben. Den Bauplatz in zentraler Ortslage hatte die junge Kirchengemeinde von der Gattin des Beruser Lehrers Nicola geschenkt bekommen. Der Architekt war kein Geringerer als der Trierer Peter Marx, der so bedeutende Bauwerke wie zum Bespiel den Dillinger Saardom (Hl. Sakrament) oder die imposanten Pfarrkirchen von Lauterbach (St. Paulinus) und Sulzbach (Allerheiligen) gebaut hatte. Und auch daran erinnerte Joachim Beitsch: Vor 60 Jahren weihten die Werbelner die beliebte Marienkapelle in der Mohrengrät ein. Ein Ereignis, an das bereits zur Eröffnung des diesjährigen Marienmonats Mai in bewegender Weise erinnert wurde.

 

„Lasst die Kirche im Dorf“

 

Auch Ortsvorsteher Rudolf Augustin ergriff das Wort in dem an diesem denkwürdigen Tag bis auf den letzten Stehplatz besetzten Gotteshaus. Er bezeichnete die Pfarrgemeinde als eine der tragenden Säulen des Dorfgemeinschaftslebens und appellierte in launiger Anlehnung an eine beliebte Redewendung daran, dass man im besten Sinne des Sprichwortes auch künftig doch bitteschön „die Kirche im Dorf“ belassen möge. Es gab viel Applaus für die beiden Grußansprachen aus den dicht besetzten Reihen der Kirchenbesucher, unter denen man nicht nur zahlreiche Vertreter der kirchlichen Gremien, der Vereine und Verbände, sondern auch Wadgassens neuen Bürgermeister, Sebastian Greiber, sah.

Nach dem zweiten Altar bewegte sich der Prozessionszug über den Hardtweg zum Altar auf dem Schulgelände, wo die liturgische Feier in den weltlichen Teil des Pfarrfestes mündete.  

Nach dem Mittagessen hatten die Kinder des Kindergartens Schaffhausen ihren großen Auftritt. Für ihre Darbietung ernteten sie viel Beifall. Kurzweil für die jüngeren Gäste boten die älteren Messdiener mit Glücksrad, Rollenrutsche, Dosenwerfen und Schminkecke.

 

Viel beachtete historische Fotoausstellung

 

Während des gesamten Pfarrfestes konnte in der Schulturnhalle die unter der Federführung von Norbert Mirold liebevoll zusammengetragene und informativ gestaltete Fotoausstellung unter dem Motto “Historisches Werbeln“ bewundert werden. Die Eröffnung der gut besuchten Veranstaltung, zu der einleitend Norbert Mirold einige historische Hintergründe erläuterte, wurde von der jungen Werbelner Saxophonistin Eva Mathieu mit schönen, melodischen Weisen musikalisch umrahmt. Allen, die – wie auch immer – in dieses aufwändige und schöne Projekt involviert waren, sei herzlich gedankt. Norbert Mirold erwähnte namentlich die Gemeindeverwaltung Wadgassen, von der die Stellwände zur Verfügung gestellt worden waren.

 

Ein Dankeschön an alle, die geholfen, mitgestaltet und gefeiert haben

 

Das ganze Team vom Pfarrgemeinderat Werbeln bedankt sich an dieser Stelle noch einmal ganz, ganz herzlich bei den Geistlichen, Seelsorgern, Lektoren, Messdienern und Prozessionsbetern – und bei den Nachbarschaftsteams, die an der Gestaltung der Altäre beteiligt waren. Dank allen Spendern von Kuchen, Kaffee, Salaten und anderen nützlichen Gaben. Ein Dankeschön auch an die Gäste aus den benachbarten Pfarrgemeinden für ihr zahlreiches Erscheinen und ihre vielfältigen Hilfen. Und natürlich gilt der große Dank auch allen, die Hand angelegt haben aus den Reihen der Werbelner sport- und kulturtreibenden Vereinen und aus den Vereinen und Gremien aus den Nachbarorten. Was wäre eine Fronleichnamsprozession ohne Musik? Besonderer Dank also den Musikerinnen und Musikern vom Orchesterverein Schaffhausen, die für die traditionellen Fronleichnamsklänge gesorgt haben. Dank jenen, die zur Stelle waren, um die reibungslosen Abläufe zu sichern, die für die Ordnung und Sicherheit gesorgt haben. An die Freiwillige Feuerwehr ist zu denken, an das Rote Kreuz und an das Beschallungsteam mit dem originellen Lautsprecherwagen aus Wadgassen. Und zuletzt sei all jenen zahlreichen Helferinnen und Helfern aus unseren Werbeln und aus den Nachbarpfarreien besonders gedankt, die namentlich gar nicht alle aufgeführt werden können (oder bescheiden im Hintergrund geblieben sind), ohne die aber das Pfarrfest und dieser Ausnahme-Fronleichnamstag gar nicht möglich gewesen wäre.

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